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Blitz-Start: Praktikumsprogramm „MATCHING 2020“ im Ruhrgebiet sehr gut angelaufen

Praktika, Projekttage, Informationsveranstaltungen: „MATCHING 2020“ zeigt jungen Menschen seit einem Jahr mögliche berufliche Perspektiven auf – und das mit großem Erfolg. Allein im ersten Jahr erreichte das gemeinsam von der RAG-Stiftung und Evonik initiierte Programm knapp 1.000 junge Menschen und half ihnen bei der Berufsorientierung. „Die Nachfrage der Schulen und Jugendlichen selbst ist überwältigend“, sagt Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied im Vorstand der RAG-Stiftung. „Jetzt wo der Steinkohlenbergbau keine beruflichen Perspektiven für junge Menschen mehr bieten kann, sind alternative Angebote wichtig. Das Ruhrgebiet hält hier viele Möglichkeiten bereit. Mit „MATCHING 2020“ schaffen wir ein zusätzliches Angebot, das ankommt und, wie man sieht, auch sehr gut angenommen wird.“


Mit insgesamt 1,35 Millionen € finanziert die RAG-Stiftung das Projekt über drei Jahre. Evonik gewährt praktische Einblicke in naturwissenschaftlich-technische Ausbildungsberufe eines international tätigen Spezialchemiekonzerns. „Als Industrieunternehmen, das durch seine Historie im Ruhrgebiet verwurzelt ist, fühlen wir uns der Region und ihren Herausforderungen besonders verpflichtet“, erklärt Thomas Wessel, Personalvorstand und Arbeitsdirektor von Evonik, die Motivation für das Engagement. „Zudem brauchen wir nach wie vor gut ausgebildete Fachkräfte – auch in nicht-akademischen Berufen. Diese Karrierewege möchten wir mit „MATCHING 2020“ aufzeigen.“

Chemikant, Chemielaborant oder Anlagenmechaniker sind nur drei von mehr als 30 anerkannten Berufen und kooperativen Studiengängen, die Evonik in der Ausbildung anbietet. Was genau lernt man als angehender Chemikant, welche Fertigkeiten sollte man mitbringen und wie viel verdient man? Neben Einblicken in die Praxis erhalten Jugendliche durch „MATCHING 2020“ Antworten auf Fragen wie diese. „Oftmals fehlt kurz vor oder nach dem Schulabschluss die Kenntnis darüber, welche Möglichkeiten es überhaupt und auch jenseits eines Studiums gibt“, sagt Dr. Hans Jürgen Metternich, Leiter der Ausbildung Nord von Evonik. „An dieser Stelle setzen wir an: Mit einer Reihe von Maßnahmen, die die Praktika begleiten, informieren wir die jungen Menschen selbst, aber auch Eltern, Lehrkräfte und Berufsberater.“ Es stehen etwa Projekttage zu naturwissenschaftlichen und technischen Berufsbildern, Exkursionen durch die Ausbildungsstätten, Berufsorientierung auf digitaler Basis mit Virtual-Reality-Brillen, vorbereitende Einstellungstests und individuelle Beratungsangebote auf dem Programm.

Bereits kurz nach dem Start von „MATCHING 2020“ haben in den Sommerferien 2018 rund 70 Schülerinnen und Schüler ein Praktikum bei Evonik im Chemiepark Marl absolviert, in den Herbstferien folgte ein weiterer Durchgang in Marl sowie am Standort Goldschmidtstraße in Essen mit 25 Jugendlichen. Hinzu kamen Schulpraktika während der Unterrichtszeit im Dezember 2018 sowie zahlreiche ergänzende Informationsveranstaltungen für weiterführende Schulen, Bewerbungstrainings oder Elternabende. So konnten bereits insgesamt 1000 junge Menschen erreicht werden.

„Das Interesse insbesondere an den freiwilligen Ferienpraktika ist extrem hoch“, sagt die Projektkoordinatorin und Leiterin des Ausbildungsmarketings, Caroline Held. „Das merken wir an der Neugierde und der Motivation, die die Jugendlichen mitbringen.“ Sie sieht das „MATCHING 2020“-Konzept aber auch durch das schriftlich eingeholte Feedback der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestätigt: Nach den Praktika äußerten 73 Prozent der Jugendlichen großes Interesse daran, eine Ausbildung zu beginnen. 91 Prozent empfanden die praktischen Arbeiten und eigenständig durchgeführten Versuche in den Ausbildungsstätten des Spezialchemieunternehmens in Marl oder Essen als sehr hilfreich für ihre persönliche Berufsorientierung.

 
Praxisnahe Einblicke in MINT-Ausbildungsberufe

Chemiepark Marl 06.05.2019

Die Evonik-Ausbildungsleitung und das MINT-Kompetenzzentrum der Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen (NRW) der Bundesagentur für Arbeit lud 44 Beratungsfachkräfte und Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agenturen für Arbeit und Jobcenter zu einem MINT-Discover-Day ins Ausbildungszentrum des Chemieparks Marl ein.



In den unterschiedlichen Bereichen des Ausbildungszentrums lernen die Teilnehmer die vielfältigen MINT-Ausbildungsberufe kennen
 

Im Fokus der eintägigen Veranstaltung stand die Vorstellung des Praktikantenprogramms „MATCHING 2020“, die Berufsfelderkundung in dualen MINT-Ausbildungen bei Evonik sowie der offene Austausch der Beteiligten mit Auszubildenden und Ausbildern.

Jasmin Borgstedt, MINT-Botschafterin der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit, wurde auf die Maßnahme „MATCHING 2020“ aufmerksam, nachdem diese im letzten Jahr an den Start ging. Durch die Initiative zur Berufsorientierung wird den Schülerinnen und Schülern durch selbstständiges Ausprobieren ein intensiver Einblick in die MINT-Ausbildungsberufe geboten und somit eine Alternative zum Studium aufgezeigt. „Ich hatte in der Presse von dem Praktikantenprogramm mit den Fächerschwerpunkten Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) gelesen und habe daraufhin sofort Kontakt zu Frau Held aufgenommen“, erklärte Borgstedt die Gründe für die Zusammenarbeit. „Bisher profitieren weniger Mädchen als Jungen in NRW von den zukunftsträchtigen MINT-Ausbildungsangeboten, weil die Berufswahl häufig von tradierten Wertvorstellungen beeinflusst ist. Als MINT-Botschafterin der Regionaldirektion NRW ist es meine Aufgabe, in Projekten daran mitzuwirken, dass Jugendliche ihren Traumberuf finden, der zu ihren individuellen Interessen und Fähigkeiten passt. „MATCHING 2020“ ist dafür genau der richtige Weg.“

Um auch Beratungsfachkräften diese praxisnahen Einblicke zu vermitteln und aus erster Hand zu erfahren, wie das Praktikantenprogramm den Berufswahlprozess von Jugendlichen unterstützen kann, initiierten Jasmin Borgstedt und Caroline Held, Leiterin Ausbildungsmarketing und Projekte, den MINT-Discover-Day im Ausbildungszentrum des Chemieparks Marl. „In diesem Jahr bieten wir über „MATCHING 2020“ erstmalig in den Sommerferien ein Berufsorientierungspraktikum ausschließlich für Mädchen an. Zusätzlich haben wir im Zuge des Projektes unseren Fokus auf die Information der Eltern gelegt, um den Prozess der Berufswahl ihrer Kinder zu unterstützen“, so Held. „Ziel des MINT-Discover-Days ist es, die Berufsberater als wichtige Multiplikatoren für die MINT-Ausbildungsberufe zu gewinnen. Die praxisnahen Erfahrungen sollen ermöglichen, Jugendliche bei der Berufswahl noch optimaler unterstützen zu können.“

Es ist erkennbar, dass der Frauenanteil in dualen MINT-Ausbildungsberufen in NRW rückläufig ist, weshalb Praxis und Karrieremöglichkeiten transparenter dargestellt und Mädchen besser gefördert werden sollen. Der Anteil weiblicher Auszubildender in den vier MINT-typischen Berufsbildern liegt bei Evonik in NRW bei ca. 20 Prozent. Es bestand daher großes Interesse, zu erfahren, welche Anforderungen an Ausbildungssuchende gestellt werden, welche Ausbildungsbedingungen im MINT-Sektor zu erwarten sind und welche Karrieremöglichkeiten es nach der Ausbildung gibt.

„Mit unserer Initiative wollen wir noch mehr junge Menschen bei der Berufsorientierung unterstützen“, erklärte Held. „Der MINT-Discover-Day war der Auftakt, das Praktikantenprogramm auch über die Stadtgrenzen hinaus bei Berufsberatern bekannt zu machen und dadurch Schülerinnen und Schüler über MINT-Ausbildungsberufe zu informieren.“

Anmeldungen werden telefonisch (02365 49 4693) oder per E-Mail (matching-marl@evonik.com) entgegengenommen.
 
Frühe Einblicke für die passende Berufswahl

Chemiepark Marl 13.02.2019

Neuntklässler lernen NT-Berufsbilder kennen: Was hinter den Toren des Chemieparks passiert und welche Tätigkeiten genau hinter Berufsbildern wie Chemikant, Chemielaborant, Elektroniker für Automatisierungstechnik und Anlagenmechaniker stecken, zeigt seit Sommer 2018 das Praktikumsprogramm „MATCHING 2020“. Dieses Projekt wird gefördert von der RAG-Stiftung und richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Klassen acht und neun aller Schulformen, die vor dem Schulabschluss stehen und sich für den Beruf orientieren möchten.



Schüler des ASGSGs und Ausbilder Matthias Rockahr während einer Praktikums-Einheit im Ausbildungszentrum

 

Im Dezember nahmen zwölf Schülerinnen und Schüler des Albert-Schweitzer-Geschwister-Scholl-Gymnasiums (ASGSG) an einem dreiwöchigen Schülerpraktikum außerhalb der regulären Praktikumszeiträume teil. „Ich wollte mir das alles hier schon immer einmal angucken und freue mich über diese Gelegenheit“, schwärmte der 14-jährige Patrick Klakus. „Wir waren während des Praktikums auf dem Hochhaus, im Labor und arbeiten in den nächsten Tagen mit Gips. Alle, die mit mir hier sind, sind in der gleichen Stufe wie ich, sodass wir uns gegenseitig kennen.“

Neben den genannten Bereichen erhielten die Neuntklässler unter anderem auch einen Einblick in die Kunststofftechnik, das Verfahrenstechnikum und zwei Produktionsbetriebe des Chemieparks, die OXO- und Kontipoll-Anlagen. „Uns ist es sehr wichtig, das Schülerpraktikum an die Bedürfnisse der jungen Menschen anzupassen und uns für sie Zeit zu nehmen. Die Schülerinnen und Schüler sollen im besten Fall nach Ende der Maßnahme von den Berufsbildern überzeugt sein und begeistert zu Hause davon berichten“, erklärte Guido Aust, der den jungen Leuten die Inhalte des Programms gemeinsam mit seinem Ausbilderkollegen Matthias Rockahr nahebringt. „Wir erarbeiten im Team einen Monat vor Beginn des Praktikumszeitraums einen durchstrukturierten Plan, um vielseitige Inhalte und Aktionen auf die Beine zu stellen. Auch einige unserer Auszubildenden werden involviert und helfen beim Durchführen mancher Experimente.“

Des Weiteren soll jungen Menschen und deren Eltern durch das Programm „MATCHING 2020“ deutlich gemacht werden, dass nicht immer ein Abitur oder Studium nötig ist, um den eigenen Berufswunsch zu realisieren und hinterher ein gutes Einkommen zu haben. „Ich denke nicht nur uns im Team macht es besonders viel Spaß die Teilnehmer zu motivieren und zu begeistern. Auch die Mädchen und Jungen, die hier eine spannende Zeit erleben, haben Spaß an dem, was sie mit uns gemeinsam basteln und zusammenbauen. Dadurch eröffnet sich vielleicht für den ein oder anderen noch die Perspektive mit einer naturwissenschaftlich-technischen Ausbildung in das Berufsleben zu starten“, ist sich Matthias Rockahr sicher.

Einige Plätze für das Sommerpraktikum am Standort Marl sind noch frei. Anmeldungen werden telefonisch (02365 49 4693) oder per E-Mail (matching-marl@evonik.com) entgegengenommen.
 
Einblicke in die MINT-Ausbildungsberufe

Seit diesem Jahr bietet das von der RAG-Stiftung geförderte Praktikumsprogramm „MATCHING 2020“ Schülerinnen und Schülern aus dem Ruhrgebiet Einblicke in den Berufsalltag. Mit Erfolg: Bei Evonik machten rund 30 Jugendliche ein Praktikum in den Herbstferien.


„Das Angebot wurde schon im ersten Projektjahr super angenommen“, berichtet Caroline Held, von der Ausbildung Nord bei Evonik. „Weil so viele Jugendliche Interesse an einem Praktikum bei uns hatten, haben wir sogar aufgestockt.“ Bereits in den Sommerferien waren 70 Teilnehmer in diesem Projekt dabei.

Bei dem Praktikum erfahren die Schülerinnen und Schüler, wie es ist, eigenständig spannende Versuche durchzuführen. Technische Hilfsmittel wie Virtual-Reality-Brillen, Exkursionen durch die Ausbildungsstätten sowie vorbereitende Einstellungstests und Beratungsangebote runden das Programm ab. Ziel ist es, die Jugendlichen während der gesamten Phase der Berufsorientierung zu begleiten und zu informieren.

Das kommt gut an: „In der Schule hatten wir über einen längeren Zeitraum keinen Chemieunterricht, deshalb finde ich das Praktikum bei Evonik sehr spannend“, berichtet beispielsweise eine Schülerin der neunten Klasse. Sie und die anderen Teilnehmer nutzen das Praktikum vor allem, um sich für ihren späteren Beruf zu orientieren: „Ich möchte sehr wahrscheinlich mal eine Naturwissenschaft studieren. Dabei bin ich mir aber noch nicht sicher, ob es eher in Richtung Chemie oder Physik geht. Praktika wie dieses helfen bei der Entscheidung.“

Das Praktikumsprogramm richtet sich an Schülerinnen und Schüler aller Schulformen, die kurz vor ihrem Schulabschluss stehen und sich auf die Berufswahl vorbereiten möchten. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Klassen 8 und 9 an Haupt- und Realschulen, aber auch Gesamt- und Sekundarschulen.

Interessierte Schülerinnen und Schüler können sich über die E-Mail Adresse matching-marl@evonik.com oder die Telefonnummer +49 2365 49 2202 anmelden und unter www.evonik.de/matching2020 über weitere Maßnahmen informieren.
 
MATCHING in Marl: passt!

Niklas Gomez Ruiz gab Hanna Sophie Hahn erste Einblicke in die Laborarbeit.

 

Ein langer Weg zu einem kurzen Ferienpraktikum: Hanna Sophie Hahn reiste eigens aus Bayern an, um sich im Chemiepark Marl über die Aufgaben einer Chemielaborantin zu informieren. Vor zwei Jahren war sie mit ihren Eltern in den Süden Deutschlands gezogen. Doch so schön es dort auch ist – die 16-Jährige möchte gern zurück in „ihr“ Ruhrgebiet. Als ihr ein Bekannter von der Möglichkeit eines Schnupperkurses beim Praktikumsprogramm „Matching 2020“ von Evonik und der RAG-Stiftung erzählte, bewarb sie sich umgehend. Schließlich hatte schon ihr Großvater bei Evonik gearbeitet. Hat er damals gute Erfahrungen gemacht? „Zumindest hat er nur Gutes berichtet“, sagt Hanna Sophie Hahn und lacht. Die Entscheidung für den Einblick in die Arbeit einer Chemielaborantin bereut sie trotz der langen Anreise nicht. Ganz im Gegenteil. (AF)

 
Die ersten Nachwuchs-Chemikanten in spe beim Ferienpraktikum

Die ersten Teilnehmer des Programms „Matching 2020“ konnten sich in Marl davon überzeugen, wie interessant und abwechslungsreich die Ausbildung bei Evonik ist.


Als das neue Programm „Matching 2020“ im Juli an den Start ging, war Joakim Franosch noch Auszubildender von Evonik in Marl. Als Gast wohnte er der offiziellen Präsentation durch Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied des Vorstandes der RAG-Stiftung und verantwortlich für den Bereich Personal und Förderung, und Thomas Wessel, Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Evonik Industries AG, bei. Schon wenige Wochen später betreute Franosch die ersten Nachwuchs-Chemikanten in der Ausbildung des Chemieparks Marl und zeigte ihnen unter anderem, wie man Mischungen erst anrührt und anschließend filtriert. Für Profis keine besondere Herausforderung, für die Nachwuchs-Chemikanten in spe ein idealer Einstieg in die Materie. „Sehr, sehr interessant, es bringt mir viel Spaß und hat sich auf jeden Fall gelohnt“, sagte Praktikantin Hanna Sophie Hahn.

Nur Gutes zu berichten
Dabei hatte die 16-Jährige den längsten Weg zu ihrem Praktikum. Sie reiste extra aus Bayern an, wohin sie vor zwei Jahren mit ihren Eltern gezogen ist. Eigentlich gefällt es ihr dort, aber sie hat Sehnsucht nach „ihrem Ruhrgebiet“. Deshalb hat sie sich ohne zu zögern beworben, als sie von der Möglichkeit eines Ferienpraktikums im Rahmen von „Matching 2020“ erfuhr. Schon ihr Großvater arbeitete bei Evonik, und das off ensichtlich sehr gern: „Zumindest hat er nur Gutes berichtet“, sagt Hanna und lacht. Marl setzte mit Hannas Gruppe den Startschuss für das Programm. In den ersten fünf Wochen wurden je zehn Praktikumsplätze angeboten, jeden Tag erkundeten die Teilnehmer ein anderes Berufsfeld.

Die RAG-Stiftung schafft mit 1,35 Millionen € in den kommenden drei Jahren rund 1.500 zusätzliche Praktikumsplätze für Schülerinnen und Schülern aus dem Ruhrgebiet. Anmeldung: matching-marl@evonik.com oder auf www.evonik.de/matching2020

 

Erfahrungsberichte von ehemaligen Praktikanten, die eine Ausbildung bei Evonik angefangen haben.


Joakim Franosch (19), 1. Lehrjahr, Azubi Chemikant, Dauer: 3,5 Jahre


Naturwissenschaften haben ihn von Anfang an interessiert. Aber in welche Berufe ihn seine Neigung – auch ohne Studium – führen könnte, wusste Joakim Franosch zunächst nicht. „Ich hatte keine Idee“, sagt der ehemalige Gymnasiast rückblickend. „Der Chemieunterricht an meiner Schule war sehr theoretisch und hat die möglichen Berufsfelder gar nicht widergespiegelt.“ Seit der 19-Jährige seine Ausbildung zum Chemikanten bei Evonik im Chemiepark in Marl begonnen hat, erlebt er Chemie von ihrer praktischen Seite: Proben nehmen, Rohstoffe abmessen, Anlagen steuern und überwachen. „Das Aufgabenspektrum ist extrem vielfältig – und Teamarbeit sehr wichtig“, sagt er, „deshalb gefällt mir die Ausbildung so gut.“ Dass er das heute sagen kann, verdankt er einem Praktikum bei Evonik während der Schulzeit – allerdings zunächst in anderen Bereichen, nicht in dem des Chemikanten. „Labor – Metall – Elektro: drei Wochen, drei verschiede Arbeitsfelder. Das hat Spaß gemacht, mich aber nicht richtig überzeugt“, sagt Joakim Franosch. Er hatte sich schon nach einem geeigneten Studium umgesehen, als er noch ein weiteres, freiwilliges Praktikum in den Sommerferien begann – nochmal bei Evonik, diesmal jedoch im Arbeitsumfeld des Chemikanten. Hier konnte er seine Leidenschaft für Chemie und Physik ebenso einbringen wie sein technisches Verständnis. Inzwischen ist das erste Lehrjahr fast rum: „Ich bin sehr froh, dass ich mich für diese Ausbildung entschieden habe: Ich kann nicht nur praktisch naturwissenschaftlich und im Team arbeiten, sondern verdiene damit auch schon mein eigenes Geld.“

 

Chantal Brinkmann (18), 2. Lehrjahr, Azubi Kauffrau für Büromanagement, Dauer: 3 Jahre


Chantal Brinkmann ist Auszubildende bei Evonik im zweiten Lehrjahr. Wovor insbesondere Praktikanten zunächst noch Respekt haben, ist für die 18-Jährige längst Alltag: der Gang durch das Sicherheitstor in den großen Chemiepark. „Es war am Anfang alles neu und auch echt aufregend in das Berufsleben einzusteigen, aber das Werk kannte ich ja bereits aus meinem dreiwöchigen Praktikum“, sagt sie. Chantal Brinkmann absolviert eine kaufmännische Ausbildung – und hat sich damit für einen Weg entschieden, den sie sich schon als Realschülerin überlegt hatte. Um sicher zu gehen, hat sie dennoch die Berufsfindungstage während der Schulzeit genutzt, um andere Bereiche kennenzulernen. „Ich habe das Praktikum bei Evonik im Labor gemacht. Das hat mir tatsächlich so gut gefallen, dass ich überlegt habe, ob ich mich nicht doch lieber in diesem Bereich bewerbe“, sagt sie. Im Umfeld der Labore und der Chemie ist sie geblieben, letztendlich hat sie für ihre Ausbildung aber dann doch Büro und Schreibtisch gewählt. Planen und bestellen, Rechnungen oder Präsentationen bearbeiten, Briefe und E-Mails schreiben – all das zählt seit nun zu ihren Aufgaben. „Ich mag es einfach, mit Leuten zu kommunizieren und zu organisieren“, sagt sie. Zudem freut sie sich über die zahlreichen Entwicklungsmöglichkeiten und – ganz besonders: „Dass es über ein spezielles Programm auch für uns Auszubildende möglich ist, mal im Ausland zu arbeiten.“

 
"MATCHING 2020" - Kooperation zwischen RAG-Stiftung und Evonik

Die RAG-Stiftung schafft mit 1,35 Mio. Euro in den nächsten drei Jahren rund 1.500 zusätzliche Praktikumsplätze und ermöglicht Schülerinnen und Schülern aus dem Ruhrgebiet so wichtige Einblicke in die vielfältige Welt der Berufsausbildung, um sie auf die richtige Berufswahl vorzubereiten.


Geschulte Ausbilder von Evonik führen die Praktika in den eigenen Betrieben durch. Dazu stehen aufeinander aufbauende Projekttage zu den naturwissenschaftlichen und technischen Berufsbildern, Exkursionen durch die Ausbildungsstätten, Berufsorientierung auf digitaler Basis mit Virtual-Reality-Brillen, vorbereitende Einstellungstests und individuelle Beratungsangebote auf dem Programm. Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied des Vorstandes der RAG-Stiftung und verantwortlich für die Bereiche Personal und Förderung, sowie Thomas Wessel, Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Evonik Industries AG, haben den Kooperationsvertrag für „MATCHING 2020“ jetzt unterschrieben.

Berufsorientierung – insbesondere die Wahl eines passenden Ausbildungsberufes – ist für Schülerinnen und Schüler im Vorfeld des Schulabschlusses ein wichtiges Thema. Firmen beklagen vielfach die falschen Vorstellungen junger Menschen von ihren vermeintlichen Traumberufen. Unkenntnis über einige Ausbildungsberufe führt zudem zu mangelndem Interesse an den angebotenen Ausbildungsstellen. Die Folge ist eine Zunahme des oft beklagten Fachkräftemangels. Mit dem Projekt „MATCHING 2020“ geben RAG-Stiftung und Evonik Jugendlichen an den Evonik-Standorten in Essen, Marl und Herne/Witten frühzeitig Einblicke in verschiedene Berufsfelder und verbessern damit ihre Chancen auf einen erfolgreichen Berufsstart. Von August 2018 bis Juli 2021 wird es in jedem Schuljahr rund 500 Praktikumsplätze mit Schwerpunkt auf den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) geben. „MATCHING 2020“ soll dabei helfen, passende „Kandidatinnen und Kandidaten“ mit dem richtigen Beruf zusammenzubringen – zu matchen.

Lea Fischer von der RAG-Stiftung, Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied des Vorstandes der RAG-Stiftung und verantwortlich für die Bereiche Personal und Förderung, Dr. Hans Jürgen Metternich, Leiter Evonik Ausbildung Nord, Caroline Held, Evonik Ausbildung Nord Leiterin Ausbildungsmarketing und Projekte, Thomas Wessel, Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Evonik Industries AG und Joakim Franosch, Auszubildender von Evonik in Marl (v.l.n.r.).

 

Bärbel Bergerhoff-Wodopia erläuterte das Engagement der RAG-Stiftung im Bildungsbereich: „Der Bergbau hat jungen Menschen in der Region immer berufliche Chancen eröffnet – das fällt mit dem Ausstieg aus dem Steinkohlenbergbau Ende dieses Jahres weg. Mit der Förderung von ,MATCHING 2020‘ knüpfen wir aber weiter an die Tradition an und unterstützen die Jugendlichen mit neuen Perspektiven für den Berufseinstieg.“ Die RAG-Stiftung ist mit der Unterstützung von „MATCHING 2020“, der Talentmetropole Ruhr und vielen weiteren Projekten ein großer Bildungsförderer im Ruhrgebiet.

Für Thomas Wessel steht neben der Stärkung der Region auch die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens im Fokus: „Um uns am Markt zu behaupten, brauchen wir gut ausgebildete Fachkräfte, gerade auch in nicht-akademischen Berufen. Mit dem Projekt ‚MATCHING 2020‘ wollen wir Jugendlichen verschiedene Ausbildungsberufe näherbringen und ihnen spannende Karrierewege aufzeigen.“

Das Praktikumsprogramm richtet sich an Schülerinnen und Schüler aller Schulformen, die kurz vor ihrem Schulabschluss stehen und sich auf die Berufswahl vorbereiten möchten. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Klassen 8 und 9 an Haupt- und Realschulen, aber auch Gesamt- und Sekundarschulen.

Neben einwöchigen Ferienpraktika und Schulpraktika während des Schuljahrs wird es aufeinander aufbauende Projekttage geben, bei denen die Schüler während der Schulzeit einen Nachmittag in der Woche die jeweiligen Berufsfelder kennenlernen. Dabei erfahren sie, wie es ist, eigenständig spannende Versuche durchzuführen. Technische Hilfsmittel wie Virtual-Reality-Brillen, Exkursionen durch die Ausbildungsstätten sowie vorbereitende Einstellungstests und Beratungsangebote runden das Programm ab. Ziel ist es, die Jugendlichen während der gesamten Phase der Berufsorientierung zu begleiten und zu informieren.

Zusätzlich haben Eltern und Lehrer die Möglichkeit, einen Praktikumstag in der Ausbildung von Evonik zu erleben. Hierbei soll das Bewusstsein für die duale Ausbildung ausgebaut und Bildungschancen sollen aufgezeigt werden.

Die erste „MATCHING 2020“-Maßnahme beginnt bereits in den Sommerferien 2018. In den ersten fünf Wochen werden jede Woche zehn Praktikumsplätze in Marl angeboten. Jeden Tag, in der Zeit von 8:00 Uhr bis 14:00 Uhr können die Teilnehmer mit praktischen Übungen und Gruppenarbeiten ein anderes Berufsfeld erkunden. Interessierte Schülerinnen und Schüler können sich über die E-Mail Adresse matching-marl@evonik.com oder die Telefonnummer +49 2365 49 2202 anmelden und unter www.evonik.de/matching2020 über weitere Maßnahmen informieren.